| Themen: | Geologie, GeoInformationsZentrum (GIZ) |
| Ort: | Am Rennsteig 1, Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn, 96515 Sonneberg |
| Altersstufen: | Ab Grundschule |
| Typ: | Digitales Angebot |
| Kosten: | Kostenloses Angebot |
Im Gesteinspark mit angeschlossener Gesteinssammlung beim Naturparkinformationszentrum „Kalte Küche“ Spechtsbrunn, befindet sich im Außenbereich am Rennsteig ein zirka 2 Tonnen schwerer Henneberg-Granit. Der Gesteinspark mit Gesteinssammlung informiert über die Gesteine des Jahres, die im Nationalen Geopark Schieferland und / oder der Tourismusregion Coburg.Rennsteig existieren und heute noch zum Teil abgebaut werden.
Der Gesteinspark ist ein gefördertes Projekt des Freistaates Thüringen.
Information zum „Gestein des Jahres 2007“
Granite sind hell- bis dunkelgrau, rotgrau, fleischfarben bis rot, gelbliche, fein- bis grobkörnige Tiefengesteine bestehend aus den hellen Hauptgemengteilen (Mineralen): Alkalifeldspat 30 – 65 Vol.-%, Plagioklas (Na-reich) < 30 Vol.-%, Quarz 15 – 40 Vol.-% und Glimmern, bestehend aus dem dunklen Hauptgemengteil Biotit (bis 10 Vol.-%). Häufig tritt neben Biotit auch Muskovit auf (Zweiglimmergranit), gelegentlich kommt Amphibol (Hornblende), seltener Pyroxen hinzu. Der Name Granit leitet sich von dem lateinischen Wort „granum“ = Korn ab. Das richtungslos klein- bis grobkörnige Gefüge der Mineralkörner des Granites ist schon mit bloßem Auge erkennbar.
Granit begleitet uns in vielen Bereichen unserer Umwelt und wird schon seit der Römerzeit in Steinbrüchen abgebaut. Er findet Verwendung als Verblendung von Fassaden oder Gebäudesockeln, als Boden- bzw. Wandfliese in Küche und Wohnbereich, als Grabstein oder ungeschliffen als Pflasterstein in den Fußgängerzonen. Granitgesteinsgrus wird z. T. als Sand- bzw. Kiesmaterial für den Wegebau verwendet. In den Gewinnungsstellen wird überwiegend Brechgut für den Straßen-, Beton- und Deichbau gewonnen. Für spezielle Einsatzbereiche so für die keramische Industrie (z. B. Beschichtungen), die bauchemische Industrie (z. B. für Putze und Mörtel) oder sogar in der Spielwarenindustrie (feiner Gleisschotter für Modelleisenbahnen) erfolgt die Weiterverarbeitung bis hin zu Gesteinsstäuben. Geringe Mengen werden als Naturwerkstein zu Stelen, Rand-, Kant- und Grenzsteinen etc. verarbeitet. Zu diesem Zweck wird der wertvolle Naturstein in unseren Steinbrüchen abgebaut und immer häufiger auch aus anderen Ländern importiert.
Der Granit ist ein Produkt von Aufschmelzungen innerhalb der Erdkruste. Unter erhöhten Druck- und Temperaturbedingungen beginnen Krustengesteine mit einem hohen Wassergehalt bereits bei ca. 650°C teilweise zu schmelzen. Die zähflüssige Schmelze kann dann an Schwächezonen in der Erdkruste aufsteigen und weiteres Nebengestein aufschmelzen. Langsam erstarrt diese Schmelze dann in mehreren Kilometern Tiefe nahe der Erdoberfläche. Dadurch können die oben aufgeführten einzelnen Mineralien, aus denen der Granit besteht, langsam wachsen und sichtbare Kristalle bilden.
Bedingt durch Abtragung der Deckschichten werden die Granitkörper die auch als Plutonite bezeichnet werden an der Erdoberfläche freigelegt. Hier zerfallen Granite bei der Verwitterung nach ihrem natürlichen Trennflächengefüge zuerst in kubischen Blöcke, die dann durch Abwitterung der Kanten zu sackförmigen Gebilden („Wollsackverwitterung“) umgeformt werden. Die bei der Abkühlung und Auskristallisation der Gesteinsschmelze angelegten Kluftzonen sind für die Naturwerksteingewinnung von großem Nutzen, z.B zur Herstellung von würfeligen Pflastersteinen bis hin zu großen kubischen Blöcken.
Quelle: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Anschrift:
Am Rennsteig 1
Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn
96515 Sonneberg
Ansprechpartner:
Marco Kuhnt
mint@stadt-son.de
03675 880121
Dies ist ein MINT-Angebot der MINT-freundlichen Stadt Sonneberg und ein Bestandteil des GeoInformationsZentrum (GIZ) Sonneberg.
Änderungen vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.
Stand: 02.02.2026