MINT-O-Thek

Gestein des Jahres 2013 - Kaolin

Themen: Geologie, GeoInformationsZentrum (GIZ)
Ort: Am Rennsteig 1, Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn, 96515 Sonneberg
Altersstufen: Ab Grundschule
Typ: Digitales Angebot
Kosten: Kostenloses Angebot
Dunkelgraues Gestein mit mehreren Schichten.

Beschreibung

Im Gesteinspark mit angeschlossener Gesteinssammlung beim Naturparkinformationszentrum „Kalte Küche“ Spechtsbrunn, befindet sich im Innenbereich des Naturparkinformationszentrum Kaolin in einer der beiden Vitrinen (in Planung). Der Gesteinspark informiert über die Gesteine des Jahres, die im Nationalen Geopark Schieferland und / oder der Tourismusregion Coburg.Rennsteig existieren und heute noch zum Teil abgebaut werden.

  • Information zur Kaolingewinnung bei Scheibe: Der Kaolin stammt aus der Nähe von Scheibe-Alsbach (Stadt Neuhaus am Rennweg, Landkreis Sonneberg) in zirka 12 km westlicher Richtung. „Kaolin ist der Grundstoff für die Porzellanherstellung. Der Name ist von Koa-ling abgeleitet, einem Berg in China, der wohl das Ursprungsmaterial für die frühe chinesische Porzellanherstellung lieferte. Der Stoff ist ein erdiges Lockergestein, das mit Wasser plastisch gemacht werden kann. Kaolin kommt auch in Thüringen vor. Edelkaolin ist eisenarm und bewirkt ein reinweißes Porzellan, ansonsten ist es leicht gelblich. Bestandteile des Kaolins sind u. a. Kaolinit und andere Tonmineralien, Quarz, Feldspat und Glimmer. Die Voraussetzungen für eine Porzellanherstellung waren in Thüringen sehr günstig. Neben den Vorkommen an den notwendigen Grundstoffen standen ebenfalls reichhaltige Holzvorkommen und die Wasserkraft zahlreicher Waldbäche zur Verfügung. Letztere trieben die Massemühlen an, in denen die Grundstoffe Quarzsand, Feldspat und Kaolin zu Pulver verarbeitet wurden. Die entstehende Masse wurde dann mit Wasser angesetzt. Nach weiteren Arbeitsgängen zur Flüssigmachung, konnte die Masse in die vorbereiteten Gipsformen gegossen werden. Die Masse (Schlicker) gibt das Wasser schnell an die
    Gipsformen ab, die aus zwei Teilen besteht. So kann nach erster Trocknung das Teil aus der Form entnommen werden. Es befindet sich dann im sogenannten lederharten Zustand. Anschließend erfolgt mindestens ein Brennvorgang (bei einer Temperatur um 800 °C). Nach dem Bemalen und Glasieren muss ein weiteres Mal, bei 1000 °C, gebrannt werden. Dieser Arbeitsgang dauert 15 – 20 Stunden. Beim Brennen schmelzen die Teile der Rohstoffe zusammen und bilden so den Porzellanscherben. Die Farbe der Unterglasurbemalung verändert sich allerdings beim Brand, so dass für andere Zwecke auch die Überglasurmalerei eingeführt wurde.“ (Quelle: Schulportal Thüringen)

Der Gesteinspark ist ein gefördertes Projekt des Freistaates Thüringen.

 

Information zum „Gestein des Jahres 2013“

Kaolin ist der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von weißem Hartporzellan. Mit der Herstellung des Porzellans vor nicht mehr als dreihundert Jahren in Europa konnte das tausendjährige chinesische Porzellan-Monopol gebrochen werden. Benannt ist Kaolin nach einer historischen Lagerstätte in China. Im Deutschen findet sich häufig die Bezeichnung „Porzellanerde“.

Kaolin ist heutzutage ein unverzichtbarer Rohstoff der keramischen Industrie, findet aber ebenso vielfältige weitere Verwendungen. So werden heutzutage mehr als 70 % als Beschichtung und Füllstoff in der Papierindustrie und 13 % in der Gummiindustrie verwendet. Auch als Zuschlagsstoff und Pigment für Lacke und Farben, Düngemittel sowie Lebensmittel wird Kaolin eingesetzt. Die weltweite Jahresförderung liegt bei etwa 45 Millionen Tonnen, wobei Deutschland mit zirka 4,5 Millionen Tonnen einen vorderen Platz einnimmt.

Kaolin entsteht bei der Verwitterung oder hydrothermalen Umwandlung von granitähnlichen oder anderen feldspatreichen Gesteinen und besteht hauptsächlich aus dem Mineral Kaolinit sowie aus Quarz und Resten der Minerale des jeweiligen Ausgangsgesteins. Die meisten der deutschen Kaolinlagerstätten sind im feucht-warmen Klima des Tertiärs entstanden.

Quelle: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V.

Adresse & Ansprechpartner

Anschrift:
Am Rennsteig 1
Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn
96515 Sonneberg

Ansprechpartner:
Marco Kuhnt
mint@stadt-son.de
03675 880121

Dies ist ein MINT-Angebot der MINT-freundlichen Stadt Sonneberg und ein Bestandteil des GeoInformationsZentrum (GIZ) Sonneberg.

Änderungen vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.


Stand: 02.02.2026