MINT-O-Thek

Gestein des Jahres 2014 - Phonolith

Themen: Geologie, GeoInformationsZentrum (GIZ)
Ort: Am Rennsteig 1, Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn, 96515 Sonneberg
Altersstufen: Ab Grundschule
Typ: Digitales Angebot
Kosten: Kostenloses Angebot
Dunkelgraues Gestein mit mehreren Schichten.

Beschreibung

Im Gesteinspark mit angeschlossener Gesteinssammlung beim Naturparkinformationszentrum „Kalte Küche“ Spechtsbrunn, befindet sich im Innenbereich im Naturparkinformationszentrum ein Handstück des Heldburg-Phonoliths. Der Gesteinspark informiert über die Gesteine des Jahres, die im Nationalen Geopark Schieferland und / oder der Tourismusregion Coburg.Rennsteig existieren und heute noch zum Teil abgebaut werden.

  • Information zum Heldburg-Phonolith: Das ausgestellte Handstück stammt vom 405 Meter hohen erloschenen Vulkankegel, auf dem die Veste Heldburg steht. Dieser Standort ist der einzige im Freistaat Thüringen und liegt nicht im Nationalen Geopark Schieferland, aber in unserer Tourismusregion Coburg.Rennsteig (Thüringen / Bayern). In der Vergangenheit wurde am Burgberg der Phonolith aus dem Miozän in zahlreichen kleineren Steinbrüchen als lokaler Baustoff gewonnen. Der Vulkankegel liegt zirka 44 Kilometer südwestlich vom Gesteinspark bei der Stadt Heldburg (Landkreis Hildburghausen). Ein ehemaliger Steinbruch an der Burgstraße ist heute als Geotop geschützt und gehören zum Vulkangebiet „Heldburg Gangschar“.

Der Gesteinspark ist ein gefördertes Projekt des Freistaates Thüringen.

 

Information zum „Gestein des Jahres 2014“

Der Phonolith (griech.: phon = Klang, lithos = Stein) hieß tatsächlich bis ins 18. Jahrhundert „Klingstein“, weil beim Anschlagen dünner Phonolith-Platten ein heller Klang entsteht. So ist es nicht verwunderlich, dass Phonolith für Lithophone, ein dem Xylophon ähnliches Instrument mit Stein- statt Holzstäben, verwendet wird.

Phonolithe sind alkalireiche vulkanische Gesteine von meist graugrüner Farbe. Sie bestehen hauptsächlich aus Feldspäten, v. a. Hochtemperatur-Alkalifeldspat (Saniden), und sogenannten Feldspatvertretern, wie z. B. Nephelin. Bei Betrachtung des makroskopisch dichten Gesteins unter dem Mikroskop entfaltet sich ein sperriges Gefüge aus kleinen leistenförmigen Kristallen, teilweise mit größeren Einsprenglingen. Sind die Kristall-Leisten durch das Fließen des heißen Gesteins parallel angeordnet, zeigt der Phonolith plattige Ausbildungen. Charakteristisch ist in einigen Vorkommen das Auftreten von Blasenhohlräumen, die mit bei Sammlern sehr begehrten Kristallen von Zeolithen oder Kalzit gefüllt sind.

Die Vorkommen von Phonolith sind in Mitteleuropa an die Gebiete mit tertiärem, also jüngerem Vulkanismus gebunden. In Deutschland sind Phonolithe deshalb in der Rhön (Milseburg bei Kleinsassen, Steinwand bei Poppenhausen), im Hegau (Hohentwiel), in der Eifel, im Kaiserstuhl und in den vom Eger-Rift beeinflussten Gebieten im Erzgebirge (Hammerunterwiesenthal) und in der Oberlausitz (Zittauer Gebirge) zu finden. Als Vulkangesteine sind Phonolithe häufig mit basaltischen Gesteinen vergesellschaftet. Das phonolithische Magma ist allerdings zähflüssiger, so dass sich eher Staukuppen und Schlotfüllungen anstelle von Lavaströmen ausbilden. Besonders auffällig ist dieser morphologische Unterschied in der Rhön, wo die Basalte große Flächen ausgebildet haben (Lange Rhön), die Phonolithe dagegen als freigelegte Vulkanschlote erscheinen (Kuppenrhön).

Die Nutzung des Gesteins ist meist auf die Verwendung als Schotter und Splitt beschränkt. In geringem Umfang werden auch Werksteine, z. B. Grabsteine, daraus gefertigt. Außerdem wird das Gestein als Zuschlagsstoff für die Glas- und Baustoff- sowie die Futtermittelindustrie eingesetzt. Eine etwas außergewöhnliche Nutzung von Phonolith erfolgt in Bötzingen am Kaiserstuhl, wo Phonolith als Rohstoff für anorganischen Fango verwendet wird.

Quelle: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V.

 

  • 2D-Darstellung des Phonoliths der Heldburg

Adresse & Ansprechpartner

Anschrift:
Am Rennsteig 1
Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn
96515 Sonneberg

Ansprechpartner:
Marco Kuhnt
mint@stadt-son.de
03675 880121

Dies ist ein MINT-Angebot der MINT-freundlichen Stadt Sonneberg und ein Bestandteil des GeoInformationsZentrum (GIZ) Sonneberg.

Änderungen vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Stand: 02.02.2026