MINT-O-Thek

Gestein des Jahres 2015 - Gneis

Themen: Geologie, GeoInformationsZentrum (GIZ)
Ort: Am Rennsteig 1, Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn, 96515 Sonneberg
Altersstufen: Ab Grundschule
Typ: Digitales Angebot
Kosten: Kostenloses Angebot
Dunkelgraues Gestein mit mehreren Schichten.

Beschreibung

Im Gesteinspark mit angeschlossener Gesteinssammlung beim Naturparkinformationszentrum „Kalte Küche“ Spechtsbrunn, befindet sich im Außenbereich am Rennsteig ein zirka 2 Tonnen schwerer Gneis aus der Münchberger Gneismasse. Der Gesteinspark informiert über die Gesteine des Jahres, die im Nationalen Geopark Schieferland und / oder der Tourismusregion Coburg.Rennsteig existieren und heute noch zum Teil abgebaut werden.

  • Information zum Münchberger Gneis: Der ausgestellte Gesteinbslock wurde aus dem aktiven Steinbruch bei Meierhof (Stadt Münchberg, Landkreis Hof) 52 Kilometer südöstlich von Spechtsbrunn gebrochen. Geologisch und geomorphologisch gehört das Gebiet zur  „Münchberger Gneismasse“.

Der Gesteinspark ist ein gefördertes Projekt des Freistaates Thüringen.

 

Information zum „Gestein des Jahres 2015“

Ja, es wäre ein Fall für Sherlock Holmes zu ergründen, welchen Ursprung der jeweilige Gneis hat, der vor ihm liegt. Allerdings für ihn ein unlösbarer; er müsste diese Aufgabe Fachleuten, also den Geologinnen und Geologen, den Mineraloginnen und Mineralogen, überlassen.

Gneis ist gekennzeichnet durch eine auffällige Streifung aus Schichten von häufig dunklen plättchenförmigen Glimmermineralen, die sich mit hellen Lagen von Feldspäten und glasigen Quarzkristallen abwechseln. Diese Streifung kann geradlinig-parallel oder auch wellig-gefaltet verlaufen. Eine Parallelausrichtung entsteht, wenn sich Kristalle unter Druck senkrecht zur Druckrichtung ausrichten und weiterwachsen. Neben den genannten Mineralen können auch Granate, Amphibole (Hornblenden) und andere Nebengemengteile auftreten. Umfließen die feinkörnigen Minerale größere Mineraleinsprenglinge, spricht man auch von Augengneis.

In Deutschland wurde der Gneis vor allem als gut spaltbarer und hochfester Bau- und Werkstein für Mauern und Gebäudefundamente geschätzt. So ist beispielsweise die St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz komplett aus Gneis erbaut. Heutzutage wird Gneis vielmehr zu Splitt und Schotter für Anwendungen im Hoch-, Tief- und Straßenbau aufbereitet. Weltweit – vor allem in Skandinavien, Brasilien, Indien und den Alpenländern – werden besonders schön texturierte oder farbige Gneise als Rohstoff für die Produktion von Naturstein-Platten abgebaut.

Bei Gneis handelt sich um ein sogenanntes metamorphes Gestein, also um ein Gestein, das durch erhöhte Druck- und Temperaturbedingungen sowie sehr lange Zeiträume, wie sie bei der Gebirgsbildung herrschen, aus verschiedenen Ursprungsgesteinen entstanden ist. Diese Ursprungsgesteine können Sedimente oder Verwandte des durch Schmelzprozesse gebildeten Granits sein. Die Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler, welche die schon fast kriminalistische Aufgabe vor sich haben, diesen Ursprung zu identifizieren, müssen einzelne Minerale und das Gefüge des Gneises genauer untersuchen, um die Bildungsbedingungen und die Geschichte des Gneises zu ergründen.

Quelle: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V.

Adresse & Ansprechpartner

Anschrift:
Am Rennsteig 1
Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn
96515 Sonneberg

Ansprechpartner:
Marco Kuhnt
mint@stadt-son.de
03675 880121

Dies ist ein MINT-Angebot der MINT-freundlichen Stadt Sonneberg und ein Bestandteil des GeoInformationsZentrum (GIZ) Sonneberg.

Änderungen vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Stand: 02.02.2026