MINT-O-Thek

Gestein des Jahres 2019 - Schiefer

Themen: Geologie, GeoInformationsZentrum (GIZ)
Ort: Am Rennsteig 1, Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn, 96515 Sonneberg
Altersstufen: Ab Grundschule
Typ: Digitales Angebot
Kosten: Kostenloses Angebot
Dunkelgraues Gestein mit mehreren Schichten.

Beschreibung

Im Gesteinspark mit angeschlossener Gesteinssammlung beim Naturparkinformationszentrum „Kalte Küche“ Spechtsbrunn, befindet sich im Außenbereich am Rennsteig ein zirka 2 Tonnen schwerer Dachschiefer aus Schmiedebach. In den Vitrinen im Naturparkinformationszentrum befinden sich mehrere Exponate vom Dachschiefer, Griffelschiefer, Lederschiefer etc. Der Gesteinspark informiert über die Gesteine des Jahres, die im Nationalen Geopark Schieferland und / oder der Tourismusregion Coburg.Rennsteig existieren und heute noch zum Teil abgebaut werden. Der Schiefer steht als Synonym für den Geopark mit seinen zahlreichen Schieferarten (Dachschiefer, Griffelschiefer etc.). Informationen zum Schieferabbau in Sonneberg und Umgebung erhalten Sie am GeoPfad Hasenthal und GeoPfad SchieferREICH.

  • Information zum Dachschiefer: Der Dachschiefer stammt aus dem Tagebau bei Schmiedebach und wurde von der amo/Debus Gruppe zur Verfügung gestellt. Noch heute wird der Dachschiefer hier 14 Kilometer östlich von Spechtsbrunn im Thüringer Schiefergebirge abgebaut (Stadt Lehesten, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt). Er stammt aus dem Lehesten-Formation (cuL) und ist zirka 330 Millionen Jahre alt. In der Nähe liegt das weltberühmte Dachschieferabbaugebiet von Lehesten (Nationaler Geotop, Museum, Dachdeckerschule etc.). Aber auch in der Nähe von Spechtsbrunn wurde dieser Dachschiefer in zahlreichen kleinen Brüchen für den regionalen Markt gebrochen (u. a. Schieferbüchlein, Dach- und Fassadendeckung). Wer mehr über den Dachschieferabbau und die Verarbeitung erfahren möchte, kann dies in Ludwigsstadt (Deutsches Schiefertafelmuseum) bzw. in Steinach (Deutsches Schiefermuseum) erleben. Ein GeoPfad von Sonneberg nach Steinach erschließt die Dachschiefervorkommen der Region (Ranzengrund).

Der Gesteinspark ist ein gefördertes Projekt des Freistaates Thüringen.

 

Information zum „Gestein des Jahres 2019“

Schiefertafel und Schiefergriffel – bis in das letzte Jahrhundert haben Generationen von Schulkindern damit Schreiben und Rechnen geübt. Heute kennt man Schiefertafel und -griffel nur noch aus Museen. Als edle und beständige Dacheindeckung wird das Gestein jedoch nicht so schnell zu verdrängen sein. Auch der Loreleyfelsen bei St. Goarshausen, der berühmte Schieferfelsen im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, wird seine Bedeutung behalten und inspirierte schon Heinrich Heine.

Schiefer wurde bereits im antiken Rom zum Decken von Dächern genutzt. Der Bedarf an dichten und haltbaren Dächern aus Schiefer wuchs im Zuge der industriellen Revolution so stark an, dass der Abbau in den deutschen Mittelgebirgen erheblich zunahm. Ganze Gebirgszüge wie das Thüringer Schiefergebirge und das Rheinische Schiefergebirge wurden nach dem dort vorkommenden Gestein benannt. In Geoparks und Museen, wie etwa im Geopark Schieferland an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern, werden heute geologische Verhältnisse, Gewinnung und Verarbeitung von Dachschiefern anschaulich demonstriert. Schiefer gilt außerdem als ideales Material für Fußböden und Wände, da er Hitze- und Kältebeständigkeit mit Haltbarkeit und Ästhetik verbindet. Zudem ist er resistent gegen weitere Umwelteinflüsse sowie Tausalz und lässt sich leicht bearbeiten. Schiefer ist zudem durch ein geringes Wasseraufnahmevermögen und hohe Druckfestigkeit gekennzeichnet. Noch heute existieren in Oberfranken (Geroldsgrün), dem Hunsrück (Altlay) und dem Hochsauerlandkreis (Magog-Gomer-Bierkeller) Schieferbergwerke. Dort als auch in den Regionen früherer Schiefergewinnung ist die Landschaft geprägt durch Häuser mit Schieferdächern und -wandbehang.

Schiefer entstand in unseren Breiten überwiegend im Devon bis ins Unterkarbon, also vor ca. 350 bis 400 Millionen Jahren, aus den Ablagerungen von Tonschlamm. Durch Druck verfestigte sich dieser zunächst zu Tongestein und wurde dann bei der späteren Gebirgsbildung durch seitlichen Druck aufgefaltet. Seine herausragendste Eigenschaft ist die sehr gute Spaltbarkeit entlang engständiger paralleler Flächen, den sogenannten Schieferungsflächen.

Quelle: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V.

Adresse & Ansprechpartner

Anschrift:
Am Rennsteig 1
Naturparkinformationszentrum "Kalte Küche" in Spechtsbrunn
96515 Sonneberg

Ansprechpartner:
Marco Kuhnt
mint@stadt-son.de
03675 880121

Dies ist ein MINT-Angebot der MINT-freundlichen Stadt Sonneberg und ein Bestandteil des GeoInformationsZentrum (GIZ) Sonneberg.

Änderungen vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.


Stand: 02.02.2026