| Themen: | Geologie, GeoInformationsZentrum (GIZ) |
| Altersstufen: | Ab Grundschule |
| Typ: | Digitales Angebot |
| Kosten: | Kostenloses Angebot |
Im Naturparkinformationszentrum (NIZ) „Kalte Küche“ mit angeschlossener Geopark-Infostelle befindet sich eine Vitrine mit acht unterschiedlichen Schieferarten (Gestein des Jahres 2019), die im Sonneberger Teil des Frankenwaldes und des Thüringer Schiefergebirges vorkommen. Beide Mittelgebirge sind Bestandteil des Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirges im Nationalen Geopark Schieferland. Die Region entlang der sogenannten „Steinacher Flexur“ zwischen Spechtsbrunn und Hämmern ist bekannt für seine unterschiedlichen Schieferarten auf engsten Raum aus unterschiedlichen Systemen. Der Nationale Geopark Schieferland, in dem die Stadt Sonneberg liegt, trägt seinen Namen von den zahlreichen Schieferarten im Geopark. Diese zahlreichen Schieferarten wurden in der Vergangenheit im kleinen und großem Maßstab hier abgebaut. Aufgebaut ist die Schiefersammlung chronologisch von oben linsk nach unten rechts. Im anschließenden wird auf die einzelnen Schieferarten kurz eingegangen.
Phycodenschiefer
Der Phycodenschiefer (oPS) ist in dieser Vitrine die älteste Schieferart (Ordovizium; zirka 480 Millionen Jahre alt). Der Fundort des ausgestellten Handstückes lokalisiert sich am Südhang des Pappenheimer Berg, mit 835 m einer der höchsten Erhebungen im Thüringer Schiefergebirge. Namengebend für diesen Schiefer sind die Phycoden, ein Spurenfossil. In der Vergangenheit wurden diese Schiefer in zahlreichen kleineren Brüchen für lokale Abnehmer abgebaut (Fundamente von Häusern, Trockenmauern etc.).
Griffelschiefer
Etwas jünger als der Phycodenschiefer ist der sehr bedeutende Griffelschiefer (oGG), der entlang der „Steinacher Flexur“ in großen Staatsbrüchen abgebaut wurde. Auch dieser Schiefer liegt am südöstlichen Rand des Thüringer Schiefergebirges. Er stammt ebenfalls aus dem Ordovizium (Alter: zirka 470 Millionen Jahre) und wurde am ehemaligen Staatsbruch Brand (Rennsteig) gefunden. Der GeoPfad Hasenthal erschließt die ehemaligen Griffelbrüche und informiert über den jahrhundertealten Griffelschieferabbau in der Region. Weitere Informationen finden Sie im Deutschen Schiefermuseum in Steinach.

Ehemaliger Griffelschieferbruch am Brand
Lederschiefer
Zirka 445 Millionen Jahre alt ist der Lederschiefer (oGL) und bildet den Übergang vom Ordovizium zum Silur. Als Naturstein ist der Lederschiefer von untergeordeneter Bedeutung, wurde jedoch vereinzelt in kleineren Brüchen für den Waldwegebau genutzt. Das Handstück stammt vom Roten Berg (nordöstlich von Hasenthal; Stadt Sonneberg) im Thüringer Schiefergebirge. Erschlossen werden die Lederschieferschichten durch den GeoPfad Hasenthal und am Roten Berg existiert eine Informationstafel (in Planung). Seine verwitterungstechnische braune Farbe ähnelt den von Leder, der dem Schiefer seinen Namen gab.
Oberer Graptolithenschiefer
Aus dem Silur stammt der Obere Graptolithenschiefer (siduG), ein fossilreicher zirka 420 Millionen Jahre alter Tonschiefer. Gefunden wurde das Handstück am Mühlberg bei Mengersgereuth (Gemeinde Frankenblick) und namensgebend sind Graptolithen. Graptolithen waren in Kolonien auftretende Spurenfossilen.
Kalkknotenschiefer
Der Übergang vom Devon zum Karbon bilden die Kalkknotenschiefer der Gleitsch-Formation (docuSG). Das Handstück wurde im Pfmersgrund abgebaut und ist zirka 360 Millionen Jahre alt. Er ist grün- bis blaugrau und besitzt zahlreiche Kalksteinkonkretationen und -lagen. Beim GeoPfad SchieferREICH, zwischen Sonneberg und Steinach, können Sie diese Kalkknotenschiefer direkt vor Ort im Röthengrund am Wegesrand erkennen.

Kalkknotenschiefer im Pfmersgrund (Stadt Sonneberg)
Wetzschiefer
Der hier ausgestellte Wetzschiefer stammt aus der Lerchenberg-Formation (Devon, doSHL) und ist zirka 377 Millionen Jahre alt. Er wurde in einem kleinen Steinbruch bei Schneidemühle südlich von Hasenthal (Stadt Sonneberg) gefunden. Zahlreiche Abbaustellen südlich der „Steinacher Flexur“ künden von der ehemaligen Bedeutung dieses Natursteins.
Rußschiefer
Die zirka 350 Millionen Jahre alten Rußschiefer (cuRU) aus dem Karbon schließen an die devonischen Schichten an. In der Vergangenheit wurden diese Rußschiefer in der Region in kleineren Brüchen abgebaut und zu Dachschiefer verarbeitet. Jedoch besitzten diese schlechtere Eigenschaften zum eigentlichen Dachschiefer. Das Handstück wurde am Hammerberg bei Friedrichsthal (Stadt Sonneberg) gefunden. Den Rußschiefer können Sie im Röthengrund auf dem GeoPfad SchieferREICH anschauen.
Dachschiefer
Konkorandat zum Rußschiefer schließt sich der eigentliche Dachschiefer der Lehesten-Formation (cuL) an. Er ist fast 345 Millionen Jahre alt und wurde in der Vergangenheit in zahlreichen kleinen bis großen Brüchen in der Region abgebaut. Das Handstück stammt aus einem ehemaligen kleinen Bruch am Rand des Pfmersgrundes. Bedeutende Vorkommen befinden sich bei Lehesten mit unter anderem dem Satatsbruch. Auch im Röthengrund wurde dieser Dachschiefer (Ranzengrund) abgebaut und Informationen hierzu finden Sie beim GeoPfad SchieferREICH. Ausführliche Informationen finden Sie im Deutschen Schiefermuseum (Steinach) bzw. beim Deutschen Dachschiefermuseum (Ludwigsstadt).

Dachschieferaufschluss bei Haselbach (Stadt Sonneberg)
Ansprechpartner:
Marco Kuhnt
mint@stadt-son.de
03675 880121
Dies ist ein MINT-Angebot der MINT-freundlichen Stadt Sonneberg und ein Bestandteil des GeoInformationsZentrum (GIZ) Sonneberg.
Änderungen vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.
Stand: 21.11.2025